FCSP x HSV – El Bangbüxicó

Das Hamburger Derby wird von der Angst beider Mannschaften gefressen, der Rest vom Fest liegt irgendwo erfroren auf dem Rasen rum.

Ich für meinen Teil versuche immer noch aufzutauen und irgendeinen Sinn in dem zu finden, was ich gestern erleiden musste.

B. sagte heute beim Frühstück, kein Mensch könne bei diesen Temperaturen sportliche Höchstleistung erwarten. Vielleicht hat sie recht. Den knapp über 20% gewonnener Zweikämpfe der Boys in Brown in Halbzeit eins stehen ja auch keine fast 80% des hsv gegenüber. Irgendwo steckt der Rest in den gefühlten -11 Grad fest.

Dabei wähnte ich mich gut vorbereitet, als ich mich aufmachte, mich mit Willi zu treffen. Es war klar, dass wir in der zugigen Ecke besonders leiden würden.

Die Highlights des Spiels sind schnell erzählt. Kurz nachdem meine Zehen den Roald Amundsen Gedächtnisalarm in mein erfrierendes Wesen sandten, erwärmte das Feuerwerk auf der Süd mein Herz. Es ist zu traurig, dass diese schöne Show uns so teuer zu stehen kommt.

Das fußballerische Elend könnt ihr euch beim Millernton erlesen, an einer gewissen Stammtischparoligkeit kommt aber selbst Tim nicht vorbei — kein Wunder, wenn ihr mich fragt.

„Das klingt total nach Stammtisch-Phrase, ich weiß. Aber am Freitag stand da zeitweise ein FC St. Pauli auf dem Platz, der als Team fürchterlich verunsichert und ängstlich wirkte – und das äußerte sich eben darin, dass viel zu oft niemand mit Nachdruck den Ball forderte, wenn die eigenen Innenverteidiger diesen besaßen.“

Selbst wenn man die Kälte, den beißenden Wind und die Tabellensituation abzieht, bleibt ein Offenbarungseid.

Ich frier mir ja auch den Arsch ab und ruiniere mir Stimme und Gesundheit für n knackiges Derby. Magie am Arsch.

Ich hör schon Ewald Lienen im Podcast rufen, nein schreien: „KARMA!“

Auch wenn es Günni langweilt: wer es verpasst, Team und Stürmer mit Selbstbewusstsein aufzuladen (indem man bspw die traumatisierte Cobra von Anfang an bringt), der darf sich über fehlende Magie und Kraft nicht wundern.

Da passt es ins Bild, dass Alex Blessin auf jeden sauer war nach dem Spiel, nur nicht auf sich selbst. Die schwäbische Zornesfalte geht mir so auf den Senkel, dass ich mir wünschte, an dem Gerücht mit Eintracht Frankfurt wäre was dran.

Eigentlich wäre es sogar die eleganteste Lösung, Frankfurt bekommt einen gut ausgebildeten Konzernprofitrainer, der mit dem Kader sicher besser klar kommt als mit unserem (erinnert ihr euch noch an Schulle?, fragt Alfetta in unserem Telefonat, der schob auch einiges aufs Team und war dann schnell Geschichte) und der FC St. Pauli kann die Angstbremsen lösen.

Bornemann hör die Signale

Das kann jetzt alles sehr schnell gehen, sagt Alfetta und prophezeit:

Am Dienstag steht Jackson Irvine als Spielertrainer an der Linie, so wie Kloppo damals bei Mainz.

@ALFETTA@stpauli.social

Die Leistungsexplosion, die dann folgt, entfacht vielleicht den im Moment undenkbaren Klassenkampf im „Kultklub“ 😉


Post by @stpop@stpauli.social
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Ansonsten noch toll:

— Diamonds von Rihanna ist ne schöne Hymne (und nicht eingelöster Auftrag; „geshined“ hat da gestern niemand)

— The Return of Sinani und Jacko brachten ein wenig Wärme zurück ins erfrorene Herz. So um die 80. Minute hatte man kurz das Gefühl von Tauwetter.

PS das Banner gg Vuskovic hab ich nicht verstanden? Was hat der Mann uns getan? Hab ich den feinen Humor dahinter verpasst? Oder sind wir jetzt Freunde einer multinationalen Dopingpolizei? Ich bin verwirrt.

PPS Wie der HSV mit ihm und den Angriffen auf Jatta umgegangen ist, finde ich immer noch vorbildlich. Können sich einige bei uns ne Scheibe abschneiden, die unseren Kapitän lieber loswerden wollen als sich mit ihm auseinanderzusetzen.

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Comments

Eine Antwort zu „FCSP x HSV – El Bangbüxicó“

  1. […] Ich für meinen Teil versuche immer noch aufzutauen und irgendeinen Sinn in dem zu finden, was ich gestern erleiden musste. […]

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