Chapters
0:37 Moin, moin, Sankt Pauli
1:26 Sponsoren und Unterstützung
3:31 Amateurtrainer und Insiderwissen
4:50 Sportmoderatoren und alte Bekannte
6:06 Sponsoren und Werbepartner
7:45 Themenwechsel: Gewicht und Tupperware
11:39 Begegnungen in der Fanszene
12:58 Grüße an alte Bekannte
17:37 Konzertbesuch und Empfehlungen
21:26 Spielanalyse: St. Pauli gegen Eintracht
26:46 Emotionen vor und während dem Spiel
32:02 Verletzungen und Ausblick
36:21 Kaderplanung für die Zukunft
43:23 Schiedsrichter und Spielentscheidungen
48:03 Der Einfluss von Spielern
55:20 Abschied von Felix Zweier
1:03:43 Ausblick auf kommende Spiele
1:07:40 Umzug des Clubs Kier
1:31:51 Abschluss und Ausblick auf das nächste Spiel
In Willis Küche ist es warm, die Ratsherren-Pilsner sind kühl, und draußen senkt sich das Hamburger Grau über den Kiez. Ein Dienstagabend, wie er im Buche steht – oder besser: wie er in die Aufnahme eines Mikrofons fließt, das zwischen zwei Männern steht, die mehr über den FC St. Pauli vergessen haben, als andere je wissen werden.
Das Schweigen der Adler und der Zitteraal
Es war einer dieser Nachmittage am Millerntor, an denen das Drumherum fast schwerer wog als das Spiel selbst. Bevor der Ball überhaupt rollte, gab es diese Schweigeminute – ein Moment der Stille, den selbst die Frankfurter Anhänger respektvoll mitgetragen haben. Manchmal zeigt sich die Größe eines Vereins eben nicht in der Tabelle, sondern in der Fähigkeit, gemeinsam innezuhalten.
Doch sobald der Pfiff ertönte, war es vorbei mit der Besinnlichkeit. St. Pauli stand den Frankfurtern so früh auf den Füßen, dass deren Torhüter – von uns liebevoll als „Zitteraal“ getauft – bereits ab der dritten Minute anfing, auf Zeit zu spielen. Ein Slapstick-Moment par excellence, der uns in der Kurve nur ein müdes Lächeln entlockte. Dass Frankfurt mit einem Kaderwert anreist, der in ganz anderen Galaxien schwebt, hat man auf dem Platz nicht gesehen. Unsere Defensive, allen voran Hauke Wahl, hat die “großen Namen” der Eintracht so konsequent aus dem Spiel genommen, dass sie kaum Luft zum Atmen fanden.
Schiedsrichter-Egos und die „Letzte Patrone“
Und dann war da natürlich Felix Zweier. Man kann über ihn sagen, was man will – und wir sagen viel –, aber wenn ein Schiedsrichter das Gefühl hat, sein Ego über das Spiel stülpen zu müssen, dann wird es anstrengend. Ein “Strukturspießer”, dem der FC St. Pauli naturgemäß ein Dorn im Auge sein muss. Es ist diese Mischung aus Ordnungsliebe und einem Hang zur Selbstdarstellung, die uns am Ende zwar einen Punkt, aber auch viel Nerven gekostet hat.
Währenddessen brennt in der restlichen Liga der Baum. Wolfsburg feuert die „letzte Patrone“ ab und holt einen Trainer, der gerade erst mit Bochum abgestiegen ist. Bei uns hingegen herrscht das, was man in Hamburg „Stoik“ oder einfach nur „Ruhe“ nennt. Während andere Vereine in Panik verfallen, lehnen wir uns zurück – nicht aus Arroganz, sondern weil wir eine Idee haben.
Von Traum-Nägeln und Club-Kultur
Aber St. Pauli wäre nicht St. Pauli, wenn es nur um den Ball ginge. In Willis Küche schweift der Blick schnell ab – von der Kaderplanung hin zu den Dream Nails, einer Punkband aus Utah, die heute im Molotow spielt. Es ist diese untrennbare Verbindung zwischen Sport und Clubkultur, die diesen Verein ausmacht. Wir reden über das Clubsterben, über alte Bekannte aus der Fanszene, die uns in der Kurve ihre Sticker schenken, und über die Tatsache, dass manche Menschen unseren Podcast tatsächlich zum Einschlafen nutzen – was wir als das ultimative Kompliment verbuchen.
Jetzt geht es nach Gladbach. Ein Freitagsspiel, ein schönes Stadion, ein harter Brocken. Erik wäre gerne dabei, schafft es aber zeitlich nicht – also müssen die anderen die „Boys in Brown“ nach vorne singen. Bringt Punkte mit, gerne in der Mehrzahl. Und lasst es krachen.
Munter bleiben. Und vergesst nicht: Wer uns auf Substack unterstützt, kriegt das Jahresabo zum halben Preis. Ein Schnapper, fast so gut wie ein Last-Minute-Tor gegen die Eintracht.
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